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Tenebrae In Perpetuum - La Genesi: 2001-2002

Tenebrae In Perpetuum 2017xxLabel: Ordo MCM

Spielzeit: 29:21 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Huch, was scheppert das Schlagzeug denn so? Und auch der Sound ist recht dünn. Da bin ich von den Italienern aber bedeutend bessere Qualität gewohnt! Des Rätsels Lösung: Es handelt sich bei "La Genesi: 2001-2002" (der Titel deutet es ja schon dezent an!) mitnichten um neues Liedgut (schade...), sondern um die Wiederverwertung ihres Demos "The black flame's age" (2001) und der EP "Tenebrae in Perpetuum" (2002). Feine Sache, denn die beiden Tonträger sind schwer zu bekommen und die darauf befindliche Musik muss sich nun wirklich nicht verstecken, ganz im Gegenteil. Der Black Metal der Italiener ist hier noch eine ganze Ecke rauer und dreckiger, was zum einen den Demo-Charakter unterstreicht, aber auch aufzeigt, dass die Kollegen von Anfang an schon geile Musik eingekloppt haben! Auch kann man die qualitative Entwicklung vom Demo zur EP sehr gut nachvollziehen. Für Fans der Band (wie meine Wenigkeit!) unverzichtbar, ansonsten darf jeder mal reinhören, der auf gut gemachten Underground Black Metal steht! Gibt es im März auch als Vinyl!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. The Black Flame's Age 03:49
2. Tenebrae in Perpetuum 03:52
3. La morte è sopra me 03:35
4. Oscure presenze 04:05
5. Condannato agli inferi 03:35
6. Tenebrae in Perpetuum 03:37
7. La morte ha trionfato su Piubago 04:55
8. La fine della vita 01:45

 

Pyogenesis - A Kingdom To Disappear

pyogenesis 2017xxlLabel: AFM Records

Spielzeit: 45:40 Min.

Genre: Crossover

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Pyogenesis waren ja häufiger in aller Munde: für die einen sind die Erfinder des Gothic Metals, für die anderen die deutsche Antwort auf Faith No More oder Waltari. Wieder andere werfen ihnen Verrat an ihren Metal-Wurzeln vor, was bei diversen Richtungswechseln, was den Stil der Band betrifft, durchaus nachvollziehbar ist.
Für mich wurden Pyogenesis damals mit dem Erscheinen der 'Mono... or Will It Ever Be the Way It Used to Be' von 1998 sowie dem Weggang von Wolle Maier und Tim Eiermann zu Liquido uninteressant; daher habe ich die weiteren Schritte der Band auch nicht weiter verfolgt.
Nachdem man 2002 noch ein weiteres Album sowie eine EP veröffentlichte, war 2005 erst einmal Schluss. Seit 2014 sind die Jungs um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Flo V. Schwarz wieder am Start und veröffentlichten ein Jahr später das Album 'A Century In The Curse of Time'.

Nun steht Album Nummer acht in den Startlöchern. Und ich muss zugeben, dass ich mich zunächst gar nicht an 'A Kingdom To Disappear' herangetraut habe, eben weil ich die Band für ihre ersten Veröffentlichungen in den 90ern sehr schätze und auch nicht ganz sicher war, was da NUN auf mich zukommt.
Wie an anderer Stelle bereits zu lesen war, erschließt sich die Qualität dieser Scheibe erst nach mehrmaligem Rezipieren; man tut also gut daran, die acht Tracks (plus Intro) mehrere Male auf sich wirken zu lassen, haha! Ein bisschen entsteht der Eindruck, die Band habe versucht, ihre musikalischen Phasen in all den Jahren auf einem Album zusammenzuführen, was aber gar nicht so verkehrt ist, klingen diese Songs, auch wenn sie sehr verschieden sind, dennoch wie aus einem Guss. Sie versprühen ein Höchstmaß an Authentizität, eben auch weil man sich genretechnisch nicht limitieren will UND ein Gespür für diverse Genres aufweist: Black-/Death-Geballer, Melodeath, Punkrocknummer oder gefühlvolle Ballade - auf dieser Veröffentlichung ist alles zu finden, haha.
Ach ja: Loben möchte ich außerdem dieses hervorragende Steampunk-Gemälde, welches als Cover Verwendung fand. Sehr gediegen!

Kai Ellermann

XXL WertungXL 1

Tracklisting:

01. Sleep Is Good (Intro)
02. Every Man For Himself And God Against All
03. I Have Seen My Soul
04. It’s Too Late (A Kingdom to Disappear)
05. New Helvetia
06. That’s When Everybody Gets Hurt
07. We (1848)
08. Blaze, My Northern Flame
09. Everlasting Pain

Horn - Turm am Hang

Horn Turm am HangLabel: Iron Bonehead (LP)/Northern Silence (CD)

Spielzeit: 47:00 Min.

Genre: Pagan/Viking/Black Metal

Info: Facebook

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Horn in den letzten Jahren irgendwie aus den Augen verloren habe, denn das letzte Album, das ich von Herrn Nerrath und seinem Projekt gehört habe war "Distanz" und das ist jetzt auch schon sieben Jahre her! ("Konflikt" (2013) und "Feldpost" (2015) sind doch glatt an mir vorbei gerauscht...) Da hat es mich natürlich nicht gewundert, dass sich der Sound von Horn in der Zwischenzeit gewandelt hat und das durchaus positiv! In früheren Zeiten noch fest im Black Metal verwurzelt, erwartet mich auf "Turm am Hang" eine grandiose Mischung aus Viking, Pagan und Black Metal, die mich echt umgehauen hat! So gut hat sich Nerrath echt noch nie präsentiert (und das alte Zeug ist nun wirklich kein schlechtes - ganz im Gegenteil!) Wahnsinnig kraftvolle und mitreißende Hymnen bekommt man zu hören, eine besser als die andere. Keine Ahnung, ob die beiden oben erwähnten Vorgängeralben auch schon so geil waren, aber "Turm am Hang" ist es definitiv, was ich so stark echt nicht erwartet hätte. Und dann kommen noch die wirklich guten Texte dazu und das stimmungsvolle Cover - hier stimmt echt alles. Ich bin sehr froh, dass mir Horn wieder über den Weg gelaufen sind! Zum Abschluss gibt es dann noch eine Coverversion der amerikanischen Black Metal Band When Bitter Spring Sleeps (noch nie was von gehört...), die sich nahtlos ins Gesamtkonzept einfügt. Ein tolles Album!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Alles in einem Schnitt 05:14
2. Turm am Hang 05:08
3. Verhallend in Landstrichen 05:13
4. Die mit dem Bogen auf dem Kreuz 05:02
5. Ä(h)renschnitter 05:37
6. Totenräumer 05:35
7. Lanz und Spieß 02:12 instrumental
8. Bastion, im Seegang tauber Fels 04:46
9. The Sky Has Not Always Been This Way (When Bitter Spring Sleeps cover) 08:13

Ónefnt - Demo (MC)

onefnt  Demo 1Label: Signal Rex/Óreida Records

Spielzeit: 15:45 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Es wird mal wieder mächtig obskur! Laut Aussage der Plattenfirma handelt es sich bei vorliegendem Demo um die Aufnahmen einer namenlosen Band (Warum sie dann jetzt Ónefnet heißen? Ich nix wissen...) aus den Jahren 2012/13. Die einzig weitere Information ist, dass die Kollegen wohl aus Island kommen, das freut mich natürlich, denn die dortige Black Metal Szene brodelt ja im Moment wie kaum eine andere! Kommen wir aber zur Musik: Die ist mächtig böse und derbster Underground, was man an der üblen Soundqualität sofort bemerkt. (Hab aber auch schon viel schlechteres Zeug gehört!) Dass die Musiker große Burzum Fans sind, hört man auch sofort, denn mit Herrn Vikernes Frühwerken (was auch sonst?) kann man die drei Stücke der Kollegen am Besten vergleichen. Qualitativ kann man hier sicherlich nicht in der ersten Liga mitspielen, aber wenn man sich an den Demo-Sound gewöhnt hat, ist das Ganze gar nicht mal so schlecht. Schöne, tiefschwarze Atmosphäre trifft auf satanische Brutalität. Schade, dass man von der Band wohl nie wieder was hören wird, die unbekannt bleibenden Musiker dagegen werden uns sicherlich wieder mal über den Weg laufen, dahinter vermute ich nämlich gestandene Musiker aus der isländischen Szene. Wer auf rohen Black Metal steht, ist hier genau richtig!

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Ónefnt I 04:16
2. Ónefnt II 05:06
3. Ónefnt III 06:23

Six Feet Under - Torment

six feet under 2017xxlLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 46:59 Min.

Genre: Death Metal/ Groove Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 24. Februar 2017

Wenn man sich mal ein bisschen in den einschlägigen Metal-Foren einliest, bekommt man sehr schnell mit, dass Six Feet Under nicht mehr so respektiert und geliebt werden, wie das vielleicht mal der Fall war. Manche bezeichnen sie gar als die Sabaton des Death Metals, hihi! Jedenfalls hat die Kapelle durch diverse Besetzungswechsel und der Veröffentlichung halbgarer Alben (insbesondere der Graveyard-Classics-Reihe) augenscheinlich ganz schön an Credibility verloren.

'Torment' ist Album Nummer 12, auf dem seit dem Wegfall des letzten langjährigen Gefährten Steve Swanson mit Chris Barnes der einzig übriggebliebene Death-Metal-Veteran innerhalb der Combo am Start ist. Und er klingt etwas müde. Jedenfalls wirken die meisten seiner Vocals recht uninspiriert und irgendwie dahingerotzt. Auch was das Songwriting angeht, kommt man oftmals über das Mittelmaß nicht hinaus, leider. Lediglich bei 'Schizomaniac', 'Knife Through The Skull' und 'Funeral Mask' handelt es sich um durchaus gute Songs; der Rest ist nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend, so dass 'Torment' nur leicht oberhalb des Durchschnitt angesiedelt ist. Daher gibt es eine M-Wertung mit Sternchen von mir.
Ach, bevor ich es vergesse: das Artwork von Septian Devenum ist vom Allerfeinsten.

Kai Ellermann

XXL WertungM

Tracklisting:

01. Sacrificial Kill
02. Exploratory Homicide
03. The Separation Of Flesh From Bone
04. Schizomaniac
05. Skeleton
06. Knife Through The Skull
07. Slaughtered As They Slept
08. In The Process Of Decomposing
09. Funeral Mask
10. Obsidian
11. Bloody Underwear
12. Roots Of Evil

Hark - Machinations

harkLabel: Season of Mist

Spielzeit: 46:55 Min.

Genre: Sludge/ Stoner Metal/ Post-Hardcore

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 24. Februar 2017

Etwas äußerst Feines gibt es in diesen Tagen von den Walisern Hark. Das im Jahre 2010 gegründete Quartett aus Großbrexitanien (ist zwar nicht ganz korrekt, aber ich fand dieses Wortspiel gerade total lustig, harr harr!), welches mit der EP 'Mythopoeia' sowie dem Debütalbum 'Crystalline' 2012 bzw. 2014 bereits zwei Outputs unters Volk gebracht hatte, präsentiert mit dem knapp 47minütigen 'Machinations' sein Zweitwerk. Auf diesem präsentiert der Vierer eine derbe, aber kongeniale Mixture aus bärigem Sludge, kernigem Stoner Metal sowie verhaltenem Post-Hardcore, denen zudem einige Spritzer moderner Hardcore sowie Hardrock à la ACDC beigemengt wurden. Das klingt so bekloppt, das kann gar nicht funktionieren? Oh doch, und WIE gut das funktioniert. Sperrt die kompositorischen Köpfen von Cult Of Isis, Clutch, Fugazi und Raging Speedhorn mit einem geile Soli um sich schmeißenden Classic-Rock-Klampfer ein und ihr erhaltet entweder völlig ungenießbares Gewusel oder aber etwas ähnlich Geiles wie auf 'Machinations'.
Noch ein paar Worte zu Jimbob Isaacs Vocals: geil-geil-geil!!! Eine dermaßen abgeranzte, aber gleichzeitig überraschend frisch klingende Stimme habe ich ewig nicht mehr gehört und fühle mich häufig an James Hetfield (80er-Phase) oder Lee Dorian erinnert.
Diese Veröffentlichung hat es vom ersten Hördurchlauf aus in sich und wächst mit jedem weiteren Rezipieren. Ich bin restlos begeistert und zücke die Höchstnote.

Kai Ellermann

XXL WertungXXL

Tracklisting:

01. Fortune Favours The Insane
02. Disintegrate
03. Nine Fates
04. Speak In Tongues
05. Transmutation
06. Son Of Pythagoras
07. Premonitions
08. Comnixant 3.0
09. The Purge

Cultes Des Ghoules – Coven Or Evil Ways Instead Of Love

cultes des ghoules coven coverLabel: Hells Headbangers

Spielzeit: 112:58 Min.

Genre: Black Metal

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ist es das erste Black Metal-Theater der Welt? Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, gegenwärtig fallen mir jedoch keine ähnlich gelagerten Fälle ein. „Coven Or Evil Ways Instead Of Love“ ist in erster Linie ein Theaterstück, welches die Polen Cultes Des Ghoules – Teil der Speerspitze der zeitgenössischen Black Metal-Szene – hier in einem musikalischen Parforceritt von knapp 100 Minuten aufführen.

Thematisch geht es um Hexerei, die Dialoge sind absolut erfreulich, die Handlung an und für sich zwar etwas abgedroschen und wenig innovativ, diesen kleinen Malus macht die sprachliche Umsetzung jedoch allemal wieder wett. Mit nur wenigen, prägnanten Worten wird sofort einsichtig, warum die wohlbehütet und abgesichert aufgewachsene Dorothea sich bereitwillig den schwarzen Künsten zuwendet, ihr Motiv ist klar herausgearbeitet, banal-dümmliche 08/15-(Black) Metal-Texte lesen sich eindeutig anders. Den auftretenden Figuren sind dabei keine verschiedenen Stimmen zugeordnet, alles wird im altbewährten Stil von Mark Of The Devil gekeift, geflüstert und gegrummelt – was sich für diese Art von Album beizeiten etwas einschränkend darstellt, da es die zugrundeliegenden Emotionen nicht immer folgerichtig transportiert und zudem die auftretenden Figuren unnötig vereinheitlicht.

Seltsam mutet der Titel an: „...Evil Ways Instead Of Love“ – wenn man Lied Nummer Vier aufmerksam mitliest, dann scheint es nicht so zu sein, als ob Dorothea zwischen den Wegen des Teufels und jenen der Liebe gewählt hätte, scheint sie das zuletzt genannte doch überhaupt nicht angeboten bekommen zu haben, sondern stattdessen nur ein heuchlerisches Trugbild. Sei es drum, und überhaupt: wen wundert es da noch, dass sie den Pfad des Bösen beschreitet? In der letzten halben Stunde des Stückes erfährt sie ihren Initiationsritus und beschert dem Hörer damit den – neben dem großartigen Opener „Devell, The Devell He Is I Swear“ – Höhepunkt des Albums.

Musikalisch bewegt sich die Band nach wie vor (grob) im Spannungsfeld zwischen alten Darkthrone, Mayhem und frühen Necromantia, im abschließenden, eben bereits angesprochenen „Satan, Father, Saviour, Hear My Prayer“ rumpelt phasenweise gar ein liebliches Emperor-Riff aus „In The Nightside Eclipse“-Tagen mit umher.

Natürlich durchzieht bei solch hoher Spielzeit und der hier aufgeführten Musik ab und an viel Repetition das hexenhafte Gekeife, „Coven Or Evil Ways Instead Of Love“ braucht hinreichend Zeit zur mentalen Verarbeitung und wird selbst dann nicht allen Ohren gefallen. Die sich vor dem inneren Auge des Zuhörers entfaltenden Bilderwelten mögen jedoch der Schlüssel zur Erschließung der begleitenden Klänge sein - es lohnt auf jeden Fall, sich angemessen mit dem zugrundeliegenden Konzept auseinanderzusetzen.

Oft war in den letzten Jahren zu lesen, Cultes Des Ghoules würden Schluss machen – falls dem so sein sollte, dann ist dieses Werk in seiner abgründigen Finalität ein würdiges Ende. Hoffen wollen wir dies aber freilich nicht.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

The Prophecy / Devell, the Devell he is, I swer God... (Scene I)
Mischief, mischief, the devilry is at toil… (Scene II)
Strange day, see the clash of heart and reason... (Scene III)
Storm is coming, come the blessed madness… (Scene IV)
Satan, father, savior, hear my prayer… (Scene V)

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